75 Jahre Feuerwehr Bärenthal

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1938

     

Im Jahre 1938 wurde von 28 Bürgern beim damaligen Bürgermeister und Gemeinderat ein Antrag  gestellt, eine zweckmäßige und geordnete Feuerwehr gründen zu wollen. Es war schon damals erkannt worden, dass in Notfällen nur geübte, tatkräftige Männer wirksame Hilfe leisten können und der Einsatz von nur ungeübten Personen eher hinderlich war. Auch in anderen Städten und Gemeinden des Reichsgebietes wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts bereits freiwillige Feuerwehren aus den selben Beweggründen ins Leben gerufen. Nachdem der Gemeinderat den Antrag wohlwollend abgesegnet hatte, wurde am 03. Dezember 1938 die Freiwillige Feuerwehr Bärenthal  aus der Taufe gehoben.

Nachdem der 2. Weltkrieg mit der Ratifizierung der bedingungslosen Kapitulationsurkunde aller deutschenTruppen, am 08. Mai 1945, sein unrühmliches Ende gefunden hatte, waren die Reihen bei der Freiwilligen Feuerwehr Bärenthal gelichtet. Viele Feuerwehrkameraden mussten auf den Schlachtfeldern ihr Leben lassen, oder galten als vermisst. Gabriel Beck, der in dieser schwierigen Zeit als Kommandant die Nachfolge von Bonaventura Ströbel angetreten hatte, wurde mit der Aufgabe betraut, die Freiwillige Feuerwehr Bärenthal wieder in geordnete Bahnen zu führen und eine schlagkräftige Wehr aufzubauen.

Am Donnerstag, den 11. November 1948, hatte sich der damalige Kreisbrandmeister Hoffmann aus Sigmaringendorf zu einer Besichtigung bei der Bärenthaler Wehr angemeldet. Gleichzeitig sollte eine Bestandsaufnahme aller vorhandenen Ausrüstungsgegenstände erfolgen.

Die Floriansjünger wurden schon im Vorfeld dieses Besuchs aufgefordert, bei der Ankunft des Kreisbrandmeisters geschlossen auf dem Sammelplatz anzutreten. Nachdem Kommandant Gabriel Beck die übliche Meldung gemacht hatte, wurde mit der Musterung der Gerätschaften begonnen, die zuvor in einem dafür vorgesehenen Bogen eingetragen werden mussten.


 

Bestandsaufnahme der Gerätschaften und des Personals


 

Tage nach dem Besuch des Kreisbrandmeister ging beim Bürgermeisteramt Bärenthal folgende Prüfungsbemerkung ein:

"Der Geräteraum entspricht einem Abstellraum jeglicher Art und ist in einem verwahrlosten Zustand. Der Feuerwehrführer ist für die Ordnung und Sauberkeit von Raum und Gerätschaften verantwortlich und ist vom Bürgermeister als Ortspolizeiverwalter in jeder Weise zu unterstützen. Die Fremdgeräte, Karren und sonstiges Gerümpel, sind unter allen Umständen auszuräumen, und ein entsprechender Verputz anzubringen.[...]. Die Verbotstafel ist am Tor in einem Rahmen unter Glas anzubringen. Eine Nachrevision behalte ich mir vor."

Der Kreisbrandmeister

Bau eines neuen Feuerwehrmagazins im Jahre1969

Im Jahr 1951 stellte die Gemeinde Bärenthal beim Bauamt in Sigmaringen einen Antrag, der den Bau eines Gebäudes vorsah, in welchem die örtliche Milchannahmestelle, der Linienbus, sowie  das Holz für das Dorf-Backhaus untergebracht werden konnten. Das Gebäude ist heute im Besitz der Firma Sauter und ist gegenwärtig von der Firma Tschida-Medizintechnik angemietet.

Neu errichtetes Feuerwehrmagazin 1969

1953 wurde selbigem Gebäude auf dessen Rückseite ein Flachbau angehängt, der künftig der Freiwilligen Feuerwehr als Unterkunft dienen sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Floriansjünger mit ihren spärlichen Gerätschaften in einem Raum des Schul- und Rathauses untergebracht, welcher sich auf der Nordseite des Gebäudes befand und einer anderen Verwendung (Lehrerwohnung) zugeführt werden sollte.


 

Segnung des damals neuen TSF 1986

Als im Jahr 1985 den Floriansjüngern endgültig die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges in Aussicht gestellt worden war, galt es für dieses im Vorfeld Platz zu schaffen. Am bestehenden Feuerwehrmagazin mussten daher bauliche Veränderungen vorgenommen werden, die von den Feuerwehrmännern in Eigenregie durchgeführt wurden. Bei diesem Kraftakt mussten 420 freiwillige Arbeitsstunden geleistet werden, was auch für die strapazierte Gemeindekasse eine enorme Entlastung bedeutete.


 

Im Jahr 2004 wurden an das Magazin ein Mannschaftsraum und sanitäre Anlagen angebaut, was für das Gebäude eine enorme Aufwertung bedeutet. Ebenfalls wurde in gleichem Zuge eine Küche eingebaut, was mit Sicherheit ein richtiger Schritt war. Bei diesen doch enormen Baumaßnahmen leisteten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bärenthal 2500 freiwillige Arbeitsstunden.

Diese Tatsache verdient Hochachtung und Anerkennung und ist bei der Bewertung des Ehrenamtes an oberster Stelle anzusiedeln. 

Feuerwehrmagazin heute

Mit dem Einbau von zwei Rolltoren und der Schaffung von Umkleideräumen in den Jahren 2012/2013 erfuhr das Domizil der Freiwilligen Feuerwehr seine endgültige Vollendung. Auch bei diesen Baumaßnahmen wurden 400 freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Respekt!

     

Nachdem für den Bauhof in den Jahren 2007/2008 eine neue Unterkunft gefunden werden konnte, kann die Freiwillige Feuerwehr Bärenthal die Räumlichkeiten des im Jahre 1969 errichteten Gebäudes  nun alleine nutzen und ist somit für die Zukunft standesgemäß untergebracht.